2015
FROHE FESTTAGE UND EIN GLÜCKLICHES NEUS JAHR – MIT ORPHEUS
(BILD: FLORENZ, UFFIZIEN, DECKENMALEREI)
Empfehlungen für Opernbesuche über das lange Wochenende. Musikliebhaber, die eine klang-
volle, dramatische und oder unterhaltsame Fermate in den Kalender um den Jahreswechsel
setzen möchten: „Turandot“ im Opernhaus Zürich, „West-Side Story“ im Theater St. Gallen,
„Les Bavards“ und „Trial by Jury“ im ZKO-Haus.
PREMIERE DER OPERA BOX: Bericht am 30. 12. im „Landboten“ und hier im PDF.
DAS MUSIKKOLLEGIUM EROBERT ZÜRICH
Die Zürcher Komponistin Iris Szeghy (Bild links) erhielt im Abonnementskonzert am Mittwoch vom Winterthurer Publikum viel Applaus für das atmosphärisch bildhafte und berührende neue Werk „Im Park meines Vaters“, und die Geigerin Isabelle Faust überraschte das Publikum mit einem unbekannten Bekannten, also auch fast einer Novität: Zu hören war Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester, das der Komponist selber – wie erst 1987 entdeckt wurde – für Solovioline eingerichtet hatte.
Mit einem zauberhaft melodischen zweiten Teil rundeten die Bläser des Orchesters (minus Flöten,Trompeten und Posaunen, plus Violoncello und Kontrabass) mit der Serenade d-Moll op. 44 von Antonin Dvorak das Konzert ab. Dieses attraktive und auch exquisite Programm wird am Freitag in der neuen Konzertreihe „Musikkollegium im St. Peter“ in Zürich wiederholt. Mit diesem Konzertzyklus geht das Orchester zu den Zürcher Musikliebhabern, weil diese nur schwer nach Winterthur zu locken sind. Die beiden Künstlerinnen Iris Szeghy und Isabelle Faust, das Orchester und sein Chefdirigent Douglas Boyd sind eine starkes Team für den Eroberungsfeldzug.
Ein Interview dazu mit Samuel Roth am Freitag im „Landboten“ und hier im PDF.
LIEBE UND TOD – „RUSALKA“ IM THEATER BERN
Eine musikalisch hervorragende, psychologisch scharfe und bildmächtige Inszenierung von Antonín Dvořáks grossartiger Oper – der Bericht hier im PDF.
GIOACCHINO ROSSINIS „STABAT MATER“ IN DER TONHALLE
Eine Aufführung, die man nicht verpassen sollte: Die Zürcher Sing-Akademie, ein souveränes
Solistenensemble und das Tonhalle-Orchester unter der Leitung von Donald Runnicles im Konzert
mit Mozarts „Jupiter-Sinfonie“ und Rossinis geistlichem Meisterwerk.
Bericht am 20. 11. im „Landboten“ und hier im PDF.
THEATERSTADT WINTERTHUR
Winterthur inszeniert zur Zeit ein Theater ums
Theater. Die dramaturgische Idee hat Potenzial:
Soll das Haus abgerissen werden? Diese Frage
steht im Zentrum der Komödie. Was es mit der
Theaterstadt Winterthur auf sich hat, zeigt sich
im Blick auf die Geschichte und auf das gegen-
wärtige Bühnengeschehen, im Blick auf das
Theatergebäude und auf den Spielplan der
kommenden Saison.
Dazu mein Beitrag „Eigentlich eine Theaterstadt –
Abriss oder Aufbruch“ im September-Heft der
Zeitschrift „Musik & Theater“, hier im PDF.
Und eine Facebook-Diskussion: hier im PDF.
M GEGEN M
Wie gut harmonieren sie? Als Mozart
des 19. Jahrhunderts wurde Mendels-
sohn oft apostrophiert. Im Musikkol-
legium Winterthur begegneten sich
die beiden in Jugendwerken, und
diese zeigten im jugendlichen Elan
Kontraste. Mozarts musizierseliges
„Concertone“ gegen Mendelssohns
furioses frühes d-Moll-Violinkonzert.
Die moldawische Geigerin Alexandra
Conunova hat Neigung und Können
für beide Seiten, und mit den beiden
Ms zusammen boten sie und das von
Roberto Gonzalez Monjas als zweiter
Solist und Konzertmeister geleitete
Orchester ein musikalisches Fest.
Bericht im „Landboten“ am 30. 10.
und hier im PDF.
Alexandra Conunova. Bild: © pd
MIMI – DIE TRAUMFRAU
Die Bohemiens in Oslo
träumen von Paris. Als
ihre Sehnsucht und ihr
Traum ist die neue
„Bohème“ im Opernhaus
konzipiert. Der Traum
von einer Bohème-
Inszenierung sähe aller-
dings anders aus, als
was die überladen bebilderte
und kostümierte Inszenierung
zeigt. Immerhin gibt es die
Traumbesetzung der Protago-
nistin mit der chinesischen
Sopranistin Guanqun Yu.
Bericht im „Landboten“ am
3. 11. und hier im PDF.
DAS SEMPER-STADTHAUS ALS TONSTUDIO
Das Musikkollegium ist in seinem Konzertsaal intensiv auch mit CD-Projekten beschäftigt. Für die jüngsten Aufnahmen hat das Orchester mit den Solisten Pieter Wispelwey, Teo Gheorghiu, Rahel Cunz, Bénédicte Tauran, Sen Guo und Kenneth Tarver zusammengearbeitet.
Bericht am 13. 11. im „Landboten“ und hier im PDF.
Bild © Monika Rittershaus / Opernhaus Zürich
Bild © hb
DAS VERZAUBERTE SCHWEIN
Das Opernhaus mutet seinem jungen
Publikum einiges zu. Statt den Traum-
prinzen bekommt die Prinzessin einen
Schweinemann, dem sie widerwillig in den
Morast folgen muss.
„Das verzauberte Schwein“ wird mal als
Kindermusical, mal als Kinderoper be-
zeichnet. Der Komponist Jonathan Dove
gesteht: „Wir sagten nicht, dass das eine
Art Oper ist, sonst wäre das Theater-
publikum nicht gekommen.
Es ist eine Oper der symbolisch geladenen
Art um die Initiation eines Mädchens, das
auf eine Lebensreise bis zu den Sternen
geschickt wird, um die Liebe ganz zu
erfahren, die vom Schweinestall zum
hohen Pathos des Finales reicht.
Bericht am 16. 11. im „Landboten“ und
hier im PDF.
Bild © hb
MÖWEN UND FLEDERMÄUSE
Für Detmold liegt ein Seebad an der
Ostsee näher als Baden bei Wien. Dort
vermutet man den Schauplatz der
Operette von Johann Strauss. Jetzt
kreischen die Möwen beim Auftauchen
des Drachenflüglers, und Orlofskys Ball
ist eine Strandparty – zum Gastspiel des
Landestheaters Detmold im Theater
Winterthur der Bericht im „Landboten“
am 21. 11. und hier m PDF.
Bild © Klaus Lefebre/Landestheater Detmold
Bild © Philipp Zinniker
JEAN SIBELIUS –
150.GEBURTSTAG
Am 8. Dezember 1865 kam der
grosse Sinfoniker und finnische
Nationalkomponist zur Welt. Zu den
Vergessenen gehört er gewiss nicht,
zu den populären Komponisten, die
omnipräsent gefeiert werden, wenn
eine runde Zahl dazu auffordert, aber
auch nicht. Wie ihn Finnland feiert,
zeigt die Homepage sibelius150.org
Einen berührenden persönlichen Bei-
trag zeigt das Video „Vladimir Ashkenazy
ofn the Path of Jean Sibelius“
Eine Biografie, die Leben und Werk,
Persönlichkeit und Zeitumstände,
Musikgeschichte und Politik gleicher-
massen berücksichtigt und erhellt, hat
der Publizist Volker Tarnow zum Jubi-
läum geschrieben. Darüber und über
Sibelius ein Text am 5.12. im „Land-
boten“ und hier im PDF.
IL VIAGGIO A REIMS – DIE REISE WOHIN?
Der Schlussapplaus machte klar: Da waren die
Fans von Marthaler, da waren die Rossini-Fans,
die nichts mit der Regie anfangen konnten, und da
war eine relativ grosse Schnittmenge beider Frak-
tionen. Man muss zugeben, dass die „Kantate“ –
das ist „Il viaggio a Reims“ gemäss Rossinis
Definition ebenso wie ein „Dramma giocoso“ – für
den „Liederabend-Regisseur“ einige Voraus-
setzungen hat, die ihm entgegenkommen. Aber
der grosse Witz der Sache liegt in Rossinis Spiel
mit der Oper seiner Zeit, seiner eigenen und auch
schon mit dem künftigen Melodramma der jüngeren
Kollegen. Hier ist die Meldung, dass für die Reise
die Pferde fehlen, das grosse tragische Ereignis.
Die Opersänger müssen hier wohl vom alten Schrot
und Korn sein, um die parodistische Fallhöhe wir-
ken zu lassen. Das sängerische Potenzial war
reichlich bis grossartig vorhanden, wurde aber ins
Marthalerische umgelenkt.
Bericht am 8. 12. im „Landboten“ und hier im PDF.
Bild © Opernhaus/ Monika Rittershaus
GIOVANNA D‘ARCO AN DER SCALA DI MILANO
Wer die Eröffnungspremiere der Mailände Scala am TV mitverfolgt hat, konnte am Ende sich wundern über die Diskrepanz zwischen der Leistung einer famosen Aufführung und dem Mass an Unverständnis dem Werk gegenüber. Dazu ein Beitrag und einige Gedanken zu Verdis „Giovanna d‘Arco“ – PDF
Bilder: © hb
Bild: © hb
IL TROVATORE
Giuseppe Verdis Oper „Il Trovatore“
ist als Gastspiel des Theaters
Freiburg Br. in Winterthur zu sehen.
Wie der Regisseur Rudi Gaul mit
dem Werk umgeht – es gilt als Prototyp
einer Oper, die geniale Musik an
miserable Literatur verschwendet –,
erklärt er auf seiner Homepage.
Dazu ein Beitrag
im „Landboten“ und hier im PDF.
Besprechung im „Landboten“ am 18. 12.
und hier im PDF.
Bild: © Theater Freiburg Br
Bild: © Theater SG / Andreas J. Etter
Bild: © Herbert Büttiker, 2015
Bild: © Opernhaus / Judith Schlosser
Bericht PDF
Bilder: © Thomas Entzeroth
LUCERNE FESTIVAL ERÖFFNET
Vorzeigen, motivieren – vor einem Orchester wie
dem Lucerne Festival Orchestra, das jede Menge
musikalischer Kompetenz vereinigt, ist das nicht die
Aufgabe des Dirigenten: Für die Vision des Ganzen und
die Balance im Detail braucht es den Blick ins Innere
des musikalischen Geschehens und die sensbile Geste,
es braucht die souveräne Gelassenheit und die starke
Präsenz, wie sie Bernard Haitink am Eröffnungskon-
zert de Lucerne Festivals erleben liess. Zum Festival-
thema „Humor“ war unter seiner Leitung mit Haydns
Sinfonie „Il distratto“ und mit Mahlers 4. Sinfonie schon
alles ausgebreitet, vom deftigen Scherz bis zur sublimen
Sphäre, in der naive Heiterkeit die tiefsten Winkel der
Weltseele erreicht.
Zum Eröffnungsanlass des Festivals mit Alfred Brendel,
Reden und Konzert im „Landboten“
PDF hier. Bild: © Priska Ketterer, Lucerne Festival
LUCERNE FESTIVAL – NAMEN EINES WOCHENENDES
Alpini Vernähmlassig
Bandziunaite, Lauryna
Basler Madrigalisten
Blomstedt, Herbert
Brandauer, Klaus Maria
Boulez, Pierre
Bruckner, Anton
Chamber Orchestra of Europe
Darbellay, Noëlle-Anne
Eittinger, Ursula
Gustav Mahler Jugendorchester
Haitink, Bernard
Immoss, Raphael
Kammerorchester Basel
Kurtag, György
Lucerne Festival Academy
Matter, Mani
Meiser, Désirée
Mendelssohn, Felix
Moussa, Samy
Mozart, Wolfgang A.
Otero, Lanet Flores
Peszat, Piotr
Pinnock, Trevor
Pintscher, Matthias
Purcell, Henry
Rabelais, François,
Rihm, Wolfgang
Schranz, Matthias
Schubert, Franz KKL
Shakespeare, William
Tieck, Ludwig,
Wyttenbach, Jürg
Konzertbericht im „Landboten“ und als PDF hier.
Kleine Nachtfarbmusik: Galerie.
„FALSTAFF“
AUF DER KONZERTBÜHNE
Eigentlich kann man sich eine komische
Oper als Stehtheater schlecht vorstellen.
Man muss es sich auch nicht, denn ein
kleiner Platz vor dem Orchester reichte
den vier „lustigen Weibern“ im KKL
(Carolina Ullrich, Eva Mei, Jana Kurucova,
Elisabeth Kulman) für ihr ausgekochtes
Spiel rund um den stattlichen Sir John
(Ambrogio Maestri). Wörtlich hinter Verdis
ganzem Komödienzauber standen
beziehungsweise sassen die Bamberger
Sinfoniker, und der souveräne Spielleiter
war Jonathan Nott.
Bericht im „Landboten“ und als PDF
KKL MIT KOBOLD Bild: © hb
Bild: © Stefan Deuber Lucerne Festival
25 JAHRE ORPHEUM
JUBILÄUMSKONZERT
Die Empfehlung der
Stiftung und die
Überzeugungskraft
starker Auftritte:
Der ukrainische Pianist
Vadym Kholodenko
und der französische
Cellist Aurélien Pascal.
Dazu am Dienstag der
Bericht im „Landboten“
und hier im PDF.
Bilder © Thomas Entzeroth
DIE BERLINER PHILHARMONIKER
AM LUCERNE FESTIVAL
Das Kulturleben und das Leben überhaupt war
in der Sowjetunion der 30-er Jahre alles andere
als harmonisch, und die Harmonie, die Stalin
den Komponisten verordnete, war blutgetränkt –
die Situation für einen ehrlichen Künstler wie
Schostakowitsch war unmöglich beziehungsweise
lebensbedrohlich. Aus der 4. Sinfonie spricht diese
Unmöglichkeit, und für die Lebensgefahr spricht
die Tatsache, dass sie zu Lebzeiten Stalins nicht
aufgeführt wurde.
Kompromisslos setzten sich die Berliner
Philharmoniker am Lucerne Festival für das
epochale Werk aus einer disharmonischen Zeit
ein: ein grossartiges Konzert. Ein Bericht dazu
am Donnerstag im „Landboten“ und hier im PDF.
Bild: © Peter Fischli / Lucerne Festival
DER SCHAUSPIELDIREKTOR
Die Primadonnen des Opernhauses
tragen ihren Zickenkrieg auswärts im
abgelegenen Winterthur aus. Dafür
arbeitete die Zürcher Oper erstmals
mit dem Theater Kanton Zürich zu-
sammen. Dessen Ensemble zeigt sich
von seiner besten Seite, indem es
mit jeder Menge Schauspielkunst
zeigt, was eine „Gurkentruppe“ ist.
Da geht es hoch her und zu, nicht zu-
letzt dank Mozart.
Am Samstag im „Landboten“ und
hier im PDF
Bild: © Judith Schlosser / Opernhaus
25 JAHRE ORPHEUM
DIE WIENER SYMPHONIKER
Im 2. Jubiläumskonzert der Stiftung hatten
die Orpheum-Solisten mit der Sinfonia Con-
certante für Violine (Nikolaj Znaider) und
Viola (Kyoungmin Park) einen sympathischen
gemeinsamen Auftritt, das weitere Programm
mit Anton Weberns Variationen op. 30 und
Beethovens 7. Sinfonie gehörte dem Or-
chester und seinem Chefdirigenten
Philipppe Jordan allein, und grossartig setz-
ten sie sich in Szene. Bericht am Montag
im „Landboten“ und hier im PDF.
Bild © Thomas Entzeroth
FACETTENREICHES
LUCERNE FESTIVAL
Eindrücke von drei Konzer-
ten lassen sich auch als
Querschnitt durch das Festi-
val lesen. Namen sind Stich-
wörter: Isabelle Faust,
Academy, Concertgebouw
Orchestra, Thielemann,
Edgard Varèse und die
Sirene (siehe Beitrag hier).
Bericht im „Landboten“ am
Donnerstag und hier im PDF.
Bild © Stefan Deuber / LUcerne Festival
DAS TONHALLE-ORCHESTER AUF DEM WEG IN DEN HIMALAYA
Mit dem Saisonstart der Tonhalle ist ein naheliegender Wunsch verbunden: Dass Zürich
dem Kredit für die Sanierung des ehrwürdigen Hauses zustimmt. Der Wunsch sollte sich leichter erfüllen lassen als Skrjabins wahnhafte Vision eines Mysteriums in einer Kathedrale am Fusse des fernen Himalaya.
Musikalisch waren das Tonhalle-Orchester und Lionel Bringuier am Eröffnungskonzert aber dorthin bestens unterwegs: mit Skrjabins „Poème de l‘Extase“. Weiter im Programm auch Werke von Jörg Widmann sowie das Doppelkonzert von Johannes Brahms mit Lisa Batiashwili und Gautier Capuçon als Solisten. Am Freitag im „Landboten“ und hier im PDF
EUGEN ONEGIN
Mit Komödienfarben und
Folklore-Kitsch illustriert
das Theater St. Gallen
irritierend Tschaikowskys
feinnerviges Psycho-
drama. Dieses bringt ein
darstellerisch und musi-
kalisch starkes Ensemble
aber auch auf die Bühne.
Am Montag im „Landboten“
und hier im PDF.
SAISONSTART BEIM
MUSIKKOLLEGIUM
Ein Empfang vor dem Haupt-
portal des Stadthauses und
ein Konzert mit Werken von
Mendelssohn und der Ur-
aufführung der „Sinfonischen
Tänze“ von Fazil Say: Die
neue Saison des Musikkolle-
gium hat viel versprechend
begonnen. Bericht am Freitag
im Landboten und im PDF.
Bild: hb / Zur Galerie
© hb
IO SENZA TE
Zürich oder die Baha-
mas, das ist die Frage-
Keine Frage ist die
Musik: Diese kommt
von Peter, Sue & Marc.
Liebesglück- und -mühen
noch und noch und eine
gute Protion Ironie im
Theater 11.
Bericht im Landboten
und hier im PDF.
Bild © Daniel Ammann / Theater St. Gallen
Bild © Monika Rittershaus/ Opernhaus Zürich
Bild © Herbert Büttiker
Bilder © Goodnews
WOZZECK
Sechzehn Jahre sind
vergangen seit der letzten
Inszenierung von Alban
Bergs „Wozzeck“ im Opern-
haus Zürich. (PDF hier)
Andreas Homokis Inszenie-
rung besticht durch ihren
Detailreichtum bei aller
Reduktion auf ein simples
Kasperltheater. Das will kein
realistisches Theater sein,
die Satire dominiert, das
Abgründige ist ganz im Vor-
dergrund. Bericht am Diens-
tag im „Landboten“ und hier
im PDF.
Bild © Monika Rittershaus / Opernhaus Zürich
Bild © Priska Ketterer / Tonhalle
LE COMTE ORY
Mit der letzten Rossini-
Komödie begann die
Opernsaison in Biel auf
der Bühne heiterer als
im Polit-Theater der Stadt,
in dem das TOBS bluten
musste. Die Produktion
mit zwei herausragenden
Protagonistinnen spricht
sehr für das Bieler Haus
und sein Orchester. Die
Inszenierung hält sich
hübsch ans heute Übliche,
aber nicht unbedingt ans
Libretto. Bericht am
5. 10. im „Landboten“
und hier im PDF.
LE NOZZE DI FIGARO
THEATER HEIDELBERG
ZU GAST IN WINTERTHUR
Mit „Le Nozze di Figaro“ ist der Mozart-Zyklus mit Nadja Loschky in die dritte Runde gegangen. Die junge Regisseurin ist in der Schweiz keine Unbekannte. Sie hat und wird in dieser Saison am Theater Luzern inszenieren („Norma“) und sie hat im Opernhaus bereits „Die Schatzinsel“ und die Uraufführung „Die rote Laterne“ herausgebracht. Zusammen mit dem erfreulichen Ensemble des Hauses bieten das Heidelberger Theater und als exzellentes Mozart-Orchester das Musikkollegium unter der Leitung von Elias Grandy eine attraktive Aufführung, an der es viel zu loben und einiges auch zu kritisieren gibt.
Dazu der Bericht am Montag im „Landboten“ und hier als PDF.
Anton Bruckner
Messe in f-Moll
Die Kantorei der
Stadtkirche, der
Glarner Singverein
und das Musikkol-
legium Winterthur
beeindrucken unter
der Leitung von
Clemens Schuldt
im Bettagskonzert
in der Stadtkirche
Winterthur.
Bericht am Montag
im „Landboten“ und
hier im PDF.
Bild © Herbert Büttiker
Bild: © theaterundorchester heidelberg
Bild: © Sabine Burger / TOBS
DREIMAL „MACBETH“
Als erste von drei Schwei-
zer Bühnen hat das Thea-
ter St. Gallen seine Neu-
inszenierung von Verdis
„Macbeth“ präsentiert. Das
Opernhaus Zürich und das
Theater Basel folgen im
April. Grell und diffus zu-
gleich kommt das grandiose
Stück um Machtwahn und
seine verheerenden Folgen
für Land und Leute in der
Inszenierung von Aron Stiehl
zwiespältig zur Geltung.
Am 20. 10. im „Landboten“
und hier im PDF.
Bild: © Toni Suter
SPACE JUMP
Einen perfekten Sprung in die
neue Saison ist dem Zürcher
Kammerorchester mit Fazil
Say in der vollen Tonhalle
gelungen. Neben Sinfonie
und Klavierkonzert von Mozart
beeindruckte die suggestive
Klangsprache des Pianisten
und Komponisten, der die Hörer
auf die alte Seidenstrasse und
zum Sprung aus 38 Kilometern
Höhe mitnahm.
Am 22.10. im „Landboten“ und
hier als PDF.
Bild: © Thomas Entzeroth / ZKO
CHOWANSCHTSCHINA
Grossartige Musik, keine Frage.
Aber wie steht es um den Zugang
zu diesen Bildern aus der Geschich-
te des alten zaristischen Russland?
Das Theater Basel, das mit der
schwierigen Oper von Modest
Mussorgski in eine neue Ära steigt,
packt mit einer Besetzung, die in
Gesang und Darstellung intensiv
und glaubhaft die ewigen Typen des
Machtspiels und ihres Spielballs na-
mens Volk verkörpern. Der Bezug
zum gegenwärtigen Weltgeschehen
ergibt sich da von selbst.
Bericht am 26. Oktober im „Land-
boten“ und hier im PDF.
Bild: © Simon Hallström / Theater Basel
ORPHEUS AUF DER SÜDHALBKUGEL
Das älteste Opernhaus auf der Südhalbkugel schläft auf
Mauritius den Dornröschenschlaf. Vor einigen Jahren ist
ein Unternehmen gestartet, das auf der Insel wieder Opern
spielt und zum Ziel hat, das 1822 eröffnete Haus zu wecken,
und wieder zu bespielen. Für die diesjährige Aufführung –
Offenbachs „Orphée aus enfers“ – ist das Winterthurer
Jugendsinfonieorchester engagiert worden. Am Sonntag
verabschiedet es sich mit einem Konzert.
CALIENTE MIT DEM MUSIKKOLLEGIUM
Für das zweite Classic Openair im Park der
Musikschule war das Wetter fast zu schön,
jedenfalls fast zu heiss. Aber die Musik
passte, die Stimmung war caliente – vor,
während und nach dem Konzert, das Musik
aus Italien und Spanien zum Klingen brachte.
Sabor Latino - das Motto war Programm mit der Band
auf dem Serenadenplatz. Und von Märchen-
haftem ist auch noch zu berichten.
TONHALLE
Das letzte Konzert der Saison mit dem Tonhalle-Orchester stand unter dem Motto: Noch einmal alles geben – die ganz grosse Besetzung und opulente Werke: Salonens „Nyx“, Szymanowskis Violinkonzert mit Christian Tetzlaff und „Ein Helden-leben“ standen auf dem Programm.
DER MUSICALSOMMER
LION KING
Drei Musical-Bühnen hat die Schweiz:
Im Sommer die Openair-Bühnen der
Thunerseespiele und am Walensee und
ganzjährlich die des Musical Theaters Basel:
Dort spielt der Welthit „Lion King“ – die sehr schön
gemachte originalgetreue Tournee-
produktion aus England.
ROMEO UND JULIA
Am 6. Juli war Vorpremiere für die
Presse am Thunersee. Das Musical des
Franzosen Gérard Presgurvic verhandelt
die grösste alte Liebesgeschichte der
Welt: „Romeo und Julia“. Die erfolgreiche
Musical-Version hatte 2001 Premiere.
Die Thunerseespiele zeigen ein heutiges
Verona, Jugendgangs auf BMX-Velos und
Familienclans in dekadenter Buntheit. Der
Scheintod der Julia (Iréna Flury) führt die
Geschichte dann aber wieder auf den
alten und berührenden balladesken und
legendenhaften Ursprung zurück, und so
berührt „Romeo & Julia“ jetzt auch in Thun.
Lesen: Landbote / PDF / GALERIE
TITANIC
Ein kolossales Spektakel bietet auch die Bühne
am Walensee. Der See selber ist natürlich zu
klein für die Titanic, aber die Geschichte spielt
sich ja auch im Nordatlantik ab. Ein starkes
Ensemble, ein grossartiges Bühnenbild, ausdrucks-
volle Musik und eine fesselnde Geschichte, deren
Tiefgang mit dem des Ozeanriesen übereinstimmt,
machen „Titanic – das Musical“ zum Ereignis.
Der Bericht von der Hauptprobe dieser Eisberg-
geschichte, die am Montag bei schönstem Sommer-
wetter über die Bühne ging:
BREGENZER FESTSPIELE
Nach dem Wetterpech bei der länderübergreifenden TV-Ausstrahlung bleibt trotzdem klar: „Turandot“ ist ein grossartiges Spektakel – der Bericht auch über „Les Contes d‘Hoffmann“ im
„Landboten“ hier im PDF
Thomas
Zehetmair in
Winterthur
Ab 2016 ist er Chefdirigent des Musikkollegiums. Für Thomas Zehetmairs Wahl sprach auch sein kürzlicher Auftritt mit dem Orchester – auf dem Programm Haydn und Bruckner: ein über-
raschend spannender und klangsinnlicher Abend.
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