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Die Geschichte zu

„Roccosound“













Wie die Hoffnung stirbt

Verdis „Don Carlo“ im Theater St. Gallen 27. Oktober 2018


Die Opernsaison ist  noch jung. Das Theater St. Gallen lud am Samstag zur ersten Opernpremiere, aber diese  hat das Potenzial, der Beitrag zum Verdi-Theater der Saison zu werden – auch über St. Gallen hinaus. Gespielt wird die vieraktige Fassung als Geschichte aus der Entstehungszeit der Oper, und am Werk ist ein weitgehend hochkarätiges Ensemble. Der neue Chefdirigent von Sinfonieorchester und Theater  St. Gallen, Modestas Pitrenas, bietet mit dem Orchester, Chor und Protagonisten einen  fesselnden  Einstand. 


Besprechung hier im PDF


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Bild ©  Iko Freese









Émilies Traum

„klangundszene“ im Theater am Gleis Winterthur 1. 11. 2018


Rachel Eisenhuts neues Projekt geht unter dem Titel „Histoire naturelle ou la Rêve  d‘Émilie“ der Geschichte des physikalischen Weltverständnisses nach und findet dafür überraschend eine Ästhetik und eine Geschichte. Émilie du Châtelet gilt als die erste moderne Naturwissenschafterin. Sie war 15 Jahre lang die Lebenspartnerin von Voltaire. Eisenhut schickt sie auf eine Zeitreise und fokussiert auf die frühe Moderne, da einerseits musikalisch mit dem Impressionismus eine neue Ära begonnen hatte, und anderseits die Physiker das alte Verständnis der Weltmechanik über Bord warfen – ein faszinierender Abend, aspektreich, optisch reizvoll und vor allem auch musikalisch fesselnd mit suggestiven Klavierwerken und Liedern von Debussy und Ravel.


Besprechung am 3. 11. in „Der Landbote“ und hier im PDF

Bild © Bernhard Fuchs









Eine Hochzeit als folkloristischer Albtraum

„Così fan tutte“ im Opernhaus Zürich 4. November 2018


Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov durchlebt, der Staatsmacht und  -willkür ausgeliefert, einen Albtraum, aber er beschäftigt sich im ungewissen  Hausarrest  mi Mozart und seinem unpolitischen Stück „Così fan tutte“, einem Lehrstück in Sachen Liebe, Mann und Frau. Er hat auch Zeit, es sich nicht einfach zu machen und sich vieles zum Thema und zur wunderbaren Musik von Mozart einfallen zu lassen. Die Hochzeit im Finale ist ein surreales Spektakel. Das Opernhaus Zürich zeigt nun seine bildbefrachtete, dramaturgisch vielschichtige Inszenierung, in der vieles aufscheint, die Musik manchmal ein wenig untergeht, und die Frage, worauf die Sache hinausläuft, sich nicht leicht erschliesst.


Besprechung hier im PDF


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Bild © Monika Rittershaus









Ein bekanntes verkanntes Genie

„Les Fées du Rhin“ im Theater Biel Solothurn  7. November 2018


Niemand wird behaupten, dass Jacques Offenbachs Bühnenwerk vernachlässigt wird, seine Operetten geniessen einen Dauerplatz im Repertoire. Und doch ist der grosse Satiriker des Musiktheaters halbwegs verkannt. Seine andere Seite heisst nicht nur „Hoffmanns Erzählungen“. Das Theater Biel Solothurn zeigt mit einer starken Produktion der Oper „Les Fées du Rhin“, wie sehr Offenbach auch ein Mann der  grossen Opernbühne war oder gewesen wäre. Dort fasste er nicht so recht Fuss: Er war ein Opfer seines Erfolgs als Operettenkomponist, aber wohl mehr noch der Hindernisse, die sich ihm entgegenstellten. 


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Hintergrund und Dokumentation des Verlags: PDF

Kritik der Schweizer Erstaufführung (2005): PDF


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Bild ©Konstantin Nazlamov


Einsatz für den russischen Bündner

Konzert im Musikkollegium vom 10. November 2018


Das Schweizer Klaviertrio als Partner des Orchesters in einem Tripelkonzert – nicht das bekannte von Beethoven, sondern eines von Paul Juon – eine spannende Alternative, wie die Aufführung klar machte – aber dann kam noch Schuberts grosse C-Dur-Sinfonie ... 


Besprechung hier im PDF

Bild ©  Herbert Büttiker


Der philharmonische Bernstein

Konzert im Opernhaus vom 11. November 2018


Das Konzert zum 100. Geburtstag im Opernhaus war ein grossartiges Orchesterfest. Man glaubte, der Jahrhundert-Musiker  sei persönlich vorbeigekommen.


Besprechung in „Der Landbote“ vom 12. 11. und hier im PDF

Bild ©   pd

Wo die Musik spielt

Der Komponist Alfred Felder wird am 15. November mit dem Carl Heinrich Ernst–Kunstpreis  geehrt


Der Preis wird Alfred Felder für sein grosses Verdienst um das Musikleben in Winterthur zugesprochen. Wir erinnern uns an viele Uraufführungen und Konzerte mit seinen Werken und gratulieren ihm mit einem Album, das Ereignisse in Winterthur, aber auch in Zürich, Frankfurt an der Oder und Berlin dokumentiert.


Im Interview spricht Alfred Felder über  die Inspiration und  wie die Ideen so kommen. Das hat einen Anschein von Leichtigkeit des Künstlerdaseins. Dieser täuscht, denn über das Komponieren hat er auch etwas andres zu berichten: Der Weg von der Musik im  Kopf in die Partitur und die vielen Notensysteme ist schwierig und mit unendlich viel konzentrierter Arbeit verbunden, und noch einmal grossen Einsatz braucht es, bis die Musik dort ist, wo sie spielt. 


Interview in „Der Landbote“ vom 14. 11. und hier im PDF

Zum Album

Bild ©   Herbert Büttiker

Bild ©  Herbert Büttiker

Carl Heinrich Ernst-Kunstpreis

Die Feier für Alfred Felder 


Text der Laudatio von Hans-Ulrich Munzinger hier im PDF


Der Weihnachtsmann mit blutigem Beil

„Hänsel und Gretel“ im Opernhaus Zürich 18. 11. 2018


Schwarzer Humor, Satire auf den Weihnachts-Kommerz – das ist nicht unbedingt das, was man von Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ erwartet. Doch der Regisseur Robert Carsen sucht auf seine Weise nach der Botschaft von Humperdincks Musik – wie er sie findet und ob sie durchdringt, ist die Frage.


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Bild ©  Tanja Dorendorf


Madame Butterfly und der Vietnamkrieg

„Miss Saigon“ im Theater 11 Zürich 30. 11. 2018


Der letzte Helikopterflug der Amerikaner trennt Chris und Kim. Er lebt mit Kriegstrauma und Frau in den USA, sie gelangt mit den Boat People, mit ihrer Hoffnung und ihrem Kind nach Bangkok – das Musical „Miss Saigon“ handelt vom Krieg in Vietnam und von der Liebe. Die Tournee-Produktion, die sich weitgehend an die erste Inszenierung von 1989 hält und seit 2014 von London aus unterwegs ist, tut es mit grosser Intensität. 

Besprechung hier im PDF

Bild ©  Johan Persson


Opernkunst vor dem Sündenfall

„Die Entführung aus dem Serail“  im Theater Winterthur 5. 12. 2018


Wenn im Opernhaus Zürich das Deutsche Singspiel ohne Dialoge gegeben wird und die Handlung nur noch mehr oder weniger der Zusammenfassung im Opernführer entspricht,  ist die Frustration mancher Opernbesucher nachvollziehbar. Und dann musiziert dazu auch noch das „historisch informierte Orchester“. Der Wunsch nach einer nicht nur musikalisch, sondern auch szenisch texttreuen Inszenierung mag sich da leicht einstellen. Das Orchester „L‘arte del mondo“ und das Goethe-Theater Bad Lauchstädt zeigen in Winterthur ihre Inszenierung, die sich am Theater des 18. Jahrhunderts orientiert. Die  naive Ästhetik bezaubert, als Gegenmodell zum Regietheater kann man sie aber auch als zu harmlos empfinden. Die  Oper im paradiesischen Zustand ist ebenso wenig zu haben wie die Welt vor dem Sündenfall. Das Gute an der Aufführung aber ist, was das Ensemble im Hier und Jetzt der Aufführung leistet. Der Widerspruch bleibt eben, man hat es mit historischen Werken zu tun, aber die Künstler, die es auf die Bühne bringen, sind Menschen von heute.  


Besprechung am 7. 12. in „Der Landbote“ und hier im PDF (LB) / PDF (Original)

Warum küsst eigentlich Konstanze den Bass Selim? – Zur Figurenkonstellation in Mozarts „Entführung aus dem Serail“: PDF

Bild ©   Peuserdesign

Mit scharfer Klinge

„Sweeney Todd“ im Opernhaus Zürich 9.12. 2018


Unter grossem Applaus ging am Sonntag im Opernhaus Zürich Stephen Sondheims «Sweeney Todd» über die Bühne und damit seit langem auch erstmals wieder ein Musical in diesem Haus. In dessen Werkstatt wurde das Stück  zur grossen satirischen Oper, die sich im schneidenden Licht präsentiert.

Besprechung hier im PDF


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Bild ©  Monika Rittershaus

Die alte Zeiten

„Hello, Dolly!“ im Theater St. Gallen 15. 12. 2018

Dolly ist Witwe und langsam aber sicher vermisst sie das tolle Leben von damals an der Seite ihres Mannes. Das New Yorker Etablissement Harmonia Garden war der Lieblingsort, und dort hin kehrt sie mit ihrem neuen Heiratsprojekt zurück. Noch einmal die gute alte Zeit des Broadway! sagt auch das Musical. Das Theater St. Gallen zeigt, dass diese wirklich lustig war oder eben auch wieder ist, dank witziger Regie und einem vifen Ensemble. Nach „Miss Saigon“ und „Sweeney Todd“ ist „Hello Dolly!“ die dritte Schweizer Musical-Premiere in Folge, und lässt nach Kriegs- und Horrordrama aufatmen: das Genre zeigt sich hier ganz von der unbeschwert unterhaltsamen und künstlerisch luftig virtuosen Seite.


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Bild ©  Johannes J. Etter

Ein Italiener namens Bizet

Die Opera Box des ZKO mit „Don Procopio“  28. 12. 2018


„Mit einem italienischen Text muss man auf italienisch machen, ich habe nicht versucht, mich von diesem Einfluss frei zu machen“ – Bizets Gesellenstück, das er mit diesem Kommentar aus Rom nach Paris sandte, ist ein kleinerer „Don Pasquale“: Im ZKO ist das quirlige Stück um zwei alte Geizkragen und ein junges Liebespaar zu erleben – mit etlichen musikalischen  Glücksmomenten für einen harmonischen Jahreswechsel.


Besprechung hier im PDF


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Bild © Thomas Entzeroth


Die grosse Orgel im Dom von Oliva (Danzig)


Vielen Dank allen, die in diesem Jahr ROCCOSOUND

Interesse entgegen gebracht haben, und viel Puste für ein voll klingendes 2019!

Bild © Herbert Büttiker

Bilder© Herbert Büttiker

Das Leben jenseits der Orchesterschule

Neujahrskonzert des WJSO im Stadthaus Winterthur 6. 1. 2019


Das Winterthurer Jugendsinfonieorchester (WJSO), das zum Konservatorium gehört, versteht sich als Orchesterschule. Das traditionelle Konzert zum Jahresanfang zeigte, wie erfolgreich diese Schule arbeitet: Man merkte sie nicht. Simon Wenger ist alles andere, als ein Schulmeister auf dem Dirigentenpodium, das Programm mit den vielen anspruchsvollen solistischen Einsätzen liess nicht an Unterricht denken, und im Zusammenspiel mit dem Topsolisten Roberto Gonzalez Monjas  zog das  WJSO sehr schön mit.


Besprechung hier im PDF


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Alle Sperrigkeit geigerisch weg gespielt

Konzert des Musikkollegiums Winterthur 11 1. 2019


Hans Pfitzner war, gelinde gesagt, ein knorriger Charakter, und seine Musik gilt als spröde. Rahel Cunz‘ blühend emotionales und alle Vertracktheiten des Solopoarts virtuos auskostendes Spiel liess das Violinkonzert aber überraschend als Meisterwerk eines auch liebenswürdigen Enthusiasten erscheinen, das vom Dirigenten Kevin Griffiths bestens vermittelte Zusammenspiel mit dem Orchester sorgte für stimmige Eloquenz – ein im Widerspruch der Erfahrungen zwischen Geschichte und Gegenwart denkwürdiger, auch schmerzlicher Abend, der einen beglückt vom geigerischen Höhenflug und verfolgt, vom Wissen um die dunklen Schatten von Pfitzners Biografie zurückliess.


Eine Besprechung folgt am 14. 1. in „Der Landbote“ und hier im  PDF


„Der deutscheste unter den lebenden Komponisten“ –Beiträge zu Pfitzner aus dem Archiv: PDF


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Bild © Herbert Büttiker

 

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