Die Geschichte zu

Roccosound“















15. 1. 2022

20 JAHRE KLECKS – DAS KINDERMUSICAL VON ALFRED FELDER UND GABRIELA BÜTTIKER
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Donizettis Tudor-Trilogie zum zweiten

Gaetano Donizettis „Anna Bolena“ im Opernaus Zürich  5. Dezember 2021

Im Apil 2018 hatte Donizettis „Maria Stuart“ im Opernhaus Premiere. Sie war als erster Teil einer Trilogie gedacht. Seine drei Tudor-Opern hatte Donizetti freilich nicht zusammenhängend komponiert. „Anna Bolena“ entstand 1830 für das Teatro Carcano in Mailand. „Maria Stuarda“ kam  1834 unter anderem Titel in Neapel und i1835 an der Scala heraus, „Roberto Devereux“ wieder am Teatro San Carlo in Neapel.  Die aktuelle Premiere stellt somit die erste der drei Opern vor, die auch chronologisch an die erste Stelle gehört: Wieder vor, muss man sagen, denn vor rund zwanzig Jahren wurden die drei Opern schon einmal inszeniert, und als Trilogie waren sie vor allem im Hinblick auf Edita Gruberova gedacht, die Anna Bolena und Elisabetta in „Roberto Devereux“ sang, die Elisabetta in „Maria Stuarda aber wegen ihres Zerwürfnisses mit dem Opernhaus absagte. 


Aktuelle Besprechung hier


Aus dem Archiv:

Besprechung von „Maria Stuarda“ 2018 hier

Gespräch mit Enrique Mazzola hier

Beitrag zu Gaetano Donizettis 200. Gburtstag  hier

Bild: © Toni Suter

Klettern auf der Musiibühne

Uraufführung von Fabian Müllers Oper „Eiger“ im Theater Biel Solothurn  17. 12. 2021


Bergsteigen auf der Bühne geht: Das zeigte sich 2018 in St. Gallen bei der Uraufführung des Musicals um Triumph und Absturz der Erstbesteigung des Matterhorns, und es zeigt sich jetzt noch erstaunlicher in der kühn gedachten  Bühnenkonzeption im Theater Biel Solothurn an der Uraufführung von Fabian Müllers Oper über die missglückten  Erstbesteigung des Eigers über die Nordwand im Jahr 1936. Der packenden Musik und dem intensiven musikalischen und darstellerischen Einsatz gelingt es im unwahrscheinlichsten Setting die physische Überwindung der Schwerkraft und ihre finale Übermacht erleben zu lassen. Am Matterhorn wie am Eiger waren die Männer im Kampf mit dem Berg unter sich, aber wie in „Matterhorn“ steht auch in der  Oper von Fabian Müller und Tim Krohn eine mystische Frauenfigur dafür, dass die Natur weiblich ist. Auch der Berg ist etwas anders, als der für die männliche Bezwingung hingestellte Felskoloss. In Zeiten,  wo die Gebirgswelt mehr und mehr zum Sportgerät geworden ist, hat das Thema seine besondere Aktualität. „Eiger“ moralisiert und aktualisiert abr nicht mit Fingerzeig, im Fokus steht die krude Realität der vier Männer, die sich zu viel zugemutet haben:   Ein kraftvolles,  perspektivenreiches und konzentriertes Opernwerk wurde da aus der Taufe gehoben.    


Besprechung hier

Aus dem Archiv:

Porträt des Komponisten Fabian Müller (2017) hier

Besprechung „Matterhorn“ (2018) hier

Bild: ©  Suzanne Schwiertz

„IST DER BAU VON LUFTRSCHLÖSSERN BEWILLIGUNGSPFLICHTIG?“

EINE ERINNERUNG AN JÜRG WYTTENBACH († 22. 12. 2021)


Das Lucerne Festival machte 2015 den Komponisten Jürg Wyttenbach aus Anlass seines 80. Geburtstags zum Composer in Residence. Meine wenigen Impressionen zum Wyttenbach-Tag hier aus dem Archiv. Den Ausdruck „Querdenker“ zu seiner Charakterisierung würde ich heute nicht mehr verwenden ... PDF

Offenbachs Grösse in kleinen Werken

Die Zürcher Kammeroper im Theater Seefeld   29.12.2021


Alle schwierigen und entscheidenden Übergänge des Lebens werden durch Rituale und Traditionen geschützt. Der Jahreswechsel gehört offenbar dazu: Korkenknallen, Feuerwerk und offenbar auch die Operette sind bewährte Medizinalien für den heiklen Moment. Um nicht vom Alkohol zu sprechen: Die Wiener Staatsoper verabreicht selbstverständlich „Fledermaus“, das Opernhaus Zürich Rossini, das Theater Winterthur „Das Land des Lächelns“ etc. Hier die Empfehlung für eine andere Droge: Die Zürcher Kammeroper! Ein prächtiges Ensemble für zwei liebenswürdige Einakter!! Offenbachs Genie!!!

Premierenbericht hier

Musikalische Wärmestrahlung im Konzertsaal

Das Neujahrskonzert des WJSo im Winterthurer Stadthaus    9.1.2022


Wer Neujahrskonzert sagt, denkt an Johann Strauss. Das Winterthurer Jugendsinfonieorchester (WJSO) aber hatte am Sonntag zum Jahreswechsel 2021/22 – wegen der Pandemie eigentlich im Doppeljahressprung von 2020 zu 2022 – ganz andere Noten auf dem Pult. John Adams! Alfred Felder! Tan Dun! – Partituren, die nicht jeder schon mehr oder weniger im Ohr hat und zum Mitsummen einladen wie der Donau-Walzer. Aber wer da war, und es war trotz weiterhin angespannter Corona-Lage ein sehr gut besuchtes Konzert, erlebte genau das,  was zu dieser Gelegenheit angesagt ist: Elan und Lebensfreude, Begeisterung als Mitgepäck fürs neue Jahr.


Konzertbericht hier

Bild: © Herbert Büttiker

Mozart mit Zertifikat

Das Landestheater Detmold mit „Le Nozze di Figaro“ zu Gast in Winterthur    13.1.2022


Auf der Bühne zeigen sich Figuren, die man in einer Aufführung von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ nicht erwartet. Die Präsenz von Puppen und einem „Cherubin d‘amore“ hat im Ursprung antikünstlerische Gründe, prägt dann aber „beiläufig“ die eigenwillige Poesie der Geschichte um den Grafen Almaviva und sein Jus primae noctis, die im übrigen Mozarts Musik diktiert.

Besprechung in „Der Landbote“ vom 15. 1. 2022 und hier im PDF


Bild: © A. T. Schäfer