Zum Auftakt

Das Brahms-Festival des Musikkollegiums Winterthur


Ein Auftaktreigen eröffnet die Konzertreihe des Musikkollegiums, die alle vier Sinfonien, die beiden Klavierkonzerte, das Deutsche Requiem und mehr zu Gehör bringt.  Zur Erinnerung an die Aufenthalte des Komponisten in Winterthur wurde am Samstag eine Gedenktafel  am Haus zum Schanzengarten enthüllt. Einei Ausstellungseröffnung folgt am Dienstag Abend im Stadthaus. Wie damals als er in Winterthur logierte die Frau Rieter-Biedermann, umsorgt jetzt das Musikkollegium – aus dem Dornröschenschlaf längst erwacht und jetzt gerade ganz ganz hell wach – den berühmten Gast im Stadthaus. Sogar sein Lieblingslokal „Zum Roten Igel“ hat man aus Wien ins Stadthaus verlegt. Eben ist er dort einmarschiert – und das ist keine Falschmeldung, sondern nur ein hübsches alternatives Faktum. Brahms in wirklicher Gegenwart gibt es in Tönen ab Mittwoch mit dem Beginn des Konzertreigens. 


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Berichte in „Der Landbote“ und hier im PDF1PDF2 / PDF3


Eröffnungskonzert  29. 5.  Thomas Zehetmair / CédricTiberghien





































Konzert 30. 5. mit Nelson Freire


















Konzert vom 31. Mai





















Drei Tage, vier Sinfonien und mehr


Wer auf klassische Konzerte abonniert ist, begegnet den Brahms-Sinfonien immer mal wieder, sie sind Standard-Repertoire. Ihnen nun in dichter Folge zu begegnen, wie es das Musikkollegium mit dem Brahms-Festival bot, war aber doch eine spezielle  Erfahrung: die Individualität jedes einzelnen Stücks trat stark hervor – und wie prägnant das Orchester unter der Leitung von Thomas

Zehetmair, den unglaublichen Variantenreichtum in diesem Kosmos herausarbeitete, war ein fesselndes Erlebnis.



Von der Sinfonik zur Klavier- und Kammermusik


Mit seiner Transkription der 1. Sinfonie

für Klavier zu vier Händen bietet Brahms

selber eine Brücke bereit gestellt, über

die sich am Festival die Sinfoniekonzert

mit Brahms-Aspekten aus dem Bereich

der Klavier- und Kammermusik verbinden.

Das Duo Adrienne Soos und Ivo Haas

bot am Midi Musical lud zu einer Art

Metahörerlebenis – virtuell war das

Orchester mit im Spiel.


War die Klavierfassung der Sinfonie für Brahms vor allem eine kommerzielle Angelegenheit , so führte der den Violinsonaten gewidmete Abend mit dem Konzertmeister des OrchestersRoberto Gonzalez Monjas und Kit Armstrong von In den innersten Kreis des Brahms‘schen Musizierens und zu einer Sternstunde der Kammermusik. Dem folgte in einer Matinee das berührende Rezital um Clara und Robert Schuann und Johannes Brahms mit der wunderbaren Solo-Oboistin des Musikkollegiums  Maria Sounatcheva, zusammen mit dem Pianisten Aleksandr Shaikin und der Lesung von Isabelle Gichtbrock.














































Von der Kammermusik zum grossen Chorwerk


The Zurich Chamber Singers und das Klavierduo Tmara Chitadze und Carl Wolf vermittelten mit ihrer  Besetzung zwischen der kleinen und grossen Besetzung im Konzertsaal. Was sie boten, „Liebeslieder-Walzer“,  stand allerdings im Gegensatz zum Abendprogramm: Um Tod, Leid und Trost geht es im  „Deutschen Requiem“. Mit dessen Aufführung beschlossen die Zürcher Sing-Akademie, die Solisten Sunhae Im und Kresimir Strazanac im Verein mit dem Musikkollegium unter der Leitung von Thomas Zehetmair das Brahms-Fetival denkbar eindrücklich.













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Zusammenfassender Bericht in „Der Landbote“ am 5. 6. und hier im PDF

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Interview mit Thomas Zehetmair über Brahms PDF

Brahms und die Meininger Hofkappelle PDF

„Landbote“-Beitrag 1997 zum 100. Todestag von Johannes Brahms PDF

BRAHMS LOGIERT IN WINTERTHUR

Das Brahms-Festival des Musikkollegiums Winterthur

28. Mai bis 2. Juni I 2019

Bilder: © Herbert Büttiker

Zeitlos und Zeitgenössisch

Die Rheinauer Klosterkonzerte 2019 werden am 13. Juni mit einem kleinen Festival zeitgenössischer Musik eröffnet. Im Zentrum stehen Werke von Ulrich Gasser und Thüring Bräm, und als Interpreten sind unter anderen die Basler Mardigalisten beteiligt.


Vorschau am 7. 6. in „Der Landbote“ und  hier im PDF

Bild : © Herbert Büttiker

Helena Winkelman, Nicolas Altstaedt und eine Herkulestat

Ittinger Pfingstkonzerte  7. bis 10. Juni 2019


Helena Winkelmans Konzerten für den Cellisten Nicolas Altstaedt geht von der griechischen Mythologie aus und verlangt vom Solisten heldische Taten.


Bericht zu zu den ersten drei Konzerten des Internationalen Kammermusik-festivals in der Kartause Ittingen am 11. 6. in „Der Landbote“  und hier im PDF

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Bild : © Herbert Büttiker

Schwelgerische Nachklänge

Zum Konzert des Musikkollegiums vom 13. 6. 2019


Vielleicht war es Zufall, vielleicht nicht – das Hauskonzert des Orchesters mit der Sopranistin Lisa Larsson, der Dirigentin Graziella Contratto und dem schwedischen Komponisten Rolf Martinsson jedenfalls war nach dem Brahms-Festival in der Vorwoche sinnfällig platziert. „Brahms und das Wien der Jahrhundertwende“ hätte der Abend überschrieben werden können. Zu diesem Blickwinkel auf das Konzert einige Hinweise hier.

Bild : © Herbert Büttiker

„Il Trovatore“ im Klosterhof

Probenbesuch bei den St. Galler Festspielen  20. 6. 2019


Zu den vielversprechenden  Eindrücken von der Inszenierung und der Arbeit der Sänger ein kurzer Bericht und Bilder hier


Motivzusammenhänge in Verdis Oper „Il Trovatore“ – die spanischen Vorlage der Oper, Verdis Diskussion mit dem Textdichter und ein Blick in die Partitur hier

Bild : © Herbert Büttiker

Bibelstoff im Kostüm des Biedermeier

Verdis „Nabucco“ im Opernhaus Zürich  23. 6. 2019


Mit einer Verdi-Trilogie geht es in den Sommer. Am kommenden Woche geht auf dem Klosterplatz in St. Gallen „Il Trovatore“ über die Bühne und in Bregenz wird ab 17. Juli „Rigoletto“ gespielt. Am Sonntag war im Opernhaus Zürich Premiere für „Nabucco“. Andreas Homoki hat das Werk „für einmal anders aufgezäumt“. Die Handlung spielt im Kostüm der Verdi-Zeit – aber nur ein bisschen –, zur Hauptsache jedoch choreografisch ausgeklügelt im Zusammenspiel mit einer grossen Mauer im abstrakten Raum. Das hat seine guten und faden Seiten, während das Ensemble mit Michael Volle als Nabucco, Anna Smirnova als Abigallie (Bild) mit Überdruck versucht, dem Abend die Brisanz zu sichern.


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Bild : © Monika Rittershaus

Die Verdi Bühne vor  barocker Fassade

„Il Trovatore“ – Premiere der St. Galler Festspiele   28. 6. 2019


Ein herausragendes musikalisches Ensemble und eine grosszügig plakative Bühne – die Verdi Oper findet in dieser Konstellation sein Publikum.

Besprechung hier im PDF


Motivzusammenhänge in Verdis Oper „Il Trovatore“ – die spanische Vorlage der Oper, Verdis Diskussion mit dem Textdichter und ein Blick in die Partitur hier

Bild : © Tanja Dorendorf

Letzter Aufruf

„Last Call“ – Neues Musiktheater auf der Opernhaus-Studiobühne  4. 7. 2019


Der Schweizer Komponist Michael Pelzel (*1978) hat im Auftrag des Opernhauses ein Werk komponiert, das sich vordergründig als Science Fiction gibt. Die Vision vom Ende der digitalen Zivilisation hat ihre böseste Seite aber  in der Analyse der Gegenwart: Die medial versimpelten Menschen von heute sind beim Thema hoffnungslos überfordert. Die Musik hat vielleicht nicht die Eindringlichkeit, die dem Ernst der Lage gerecht würde, und etwas langfädig zieht sie auch der Satire die Zähne. Zu bewundern ist das spielerisch und vokal äusserst geforderte Ensemble – heute am 6. Juli zum letzten Mal: Last Call also  für unbedingt Neugierige in Sachen neuer Musik.


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Bild : © Herwig Prammer

Die Lebensträume vor der Freiheitsstatue


„Ich war noch niemals in New York“ ist der Sommerhit am Thunersee, den die Comic-Fantasie zum Atlantik vergrössert.


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Zur Erinnerung: Das Udo-Jürgens-Musikcal 2012 in Zürich: PDF

Bild : © Herbert Büttiker

Inszenieren in grossen Dimensionen

Verdis „Rigoletto“ auf der Bregenzer Seebühne  17. 7. 2019


Verdis „Melodramma“ ist auf der Bregenzer Seebühne zum Megalodramma geworden. Die gigantische Marionette voller grandioser Ingenieur- und Robotertechnik beherrscht die Bühne und macht alle klein. Dank der neuen Tonanlage hat auch Verdis Musik die Grösse, die im Spektakel aus Zirkus, Karneval und Commedia dell‘arte berührende Momente beschert.


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Aus dem Archiv: Verdi und der Gassenhauer: PDF

Blick hinter die Maske hier

Bregenzer Festspiele

Viele Gestalten, eine Stimme

Jules Massenets „Don Quichotte“ im Bregenzer Festspielhaus  18. 7. 2019


War das eine Inszenierung oder fünf? Fünf Akte hat die Oper, das Bild des ersten schien der Uraufführung nachgestellt, bei den drei folgenden  würde man kaum an Don Quichotte denken, wenn die Musik nicht darauf bestehen würde, der letzte ist Summe und Kreuzung von vielem – am Ende bleibt der Mann liegen und die Frau hat das Theater verlassen. Das Regiekonzept von Mariame Clément befrag die Oper  trickreich, tolle Sängerleistungen sprechen für Massenet.

Besprechung hier im PDF

Aus dem Archiv: „Don Quichotte“ im Opernhaus Zürich (2003)

und im Theater St. Gallen  (1996): PDF


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2018 / II

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Die Geschichte zu

Roccosound“













Grosse Gefühle auf der kleinen Bühne

Tschaikowskys „Eugen Onegin“ im Opernstudio Kornmarkt  12. 8. 2019


Das eigentliche Bregenzer
Opernwunder findet sich im Kleinen: Das Opernstudio
der Festspiele spielt im Kornmarkttheater Tschaikowskys «Eugen Onegin» – szenisch stark und aufwühlend musiziert vom jungen Ensemble.

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Plädoyer für Sergej Rachmaninow

Eröffnungskonzert des Lucerne Festival Orchestra  16. 8. 2019


Ein ganz dem Komponisten Sergej Rachmaninow gewidmeter Abend, und dies an prominentester Position zum Auftakt des Festivals, ist ein starkes Statemen. Als Plattform für spektakuläre und auch süffige Pianistik ist der Russe zwar etabliert. Ihm wurde mit dem 3. Klavierkonzert auch Reverenz erwiesen – grosser Applaus für Denis Matsuev –, aber das Programm ging weiter. Aufs Podest mit Riccardo Chaily und seinem Orchester trat der Sinfoniker. Sein am Vierwaldstättersee entstandenes Spätwerk  ist in der prekären Gegenwart des von seinen Wurzeln abgeschnittenen Musikers zu situieren, lässt aber auch daran denken, dass er vor seiner Flucht aus dem revolutionären Russland keineswegs dazu berufen war, ausschliesslich pianistische Schlachtrösser zu produzieren  – Opern, Tondichtungen, Sinfonien geistliche Werke lagen vor seinem Gang ins Exil vor, und mit der 3. Sinfonie öffnete er endlich noch einmal den Raum, der ihm als universellem Komponisten eigentlich gehörte.

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Bild : © Peter Fischli

Lucerne Festival

Ein Grosser tritt ab

Bernard Haitinks letztes Konzert mit dem COE 20. 8. 2019


Sein Gang zum Pult wurde in letzter Zeit beschwerlich, Geist und Musizieren sind elastisch präsent wie je. Bernard Haitink, im März dieses Jahres 90 geworden, verabschiedet sich nun aber am Lucerne Festival vom Dirigentenpult und von seinen Orchestern. Dabei zelebriert er nicht Wehmut, sondern nochmals reinen Klang. Hellwach ausgelotet wurden Schuberts 5. Sinfonie und Gustav Mahlers Vierte. 


Konzert- und Buchbesprechung hier im PDF

Aus dem LB-Archiv: Bernard Haitink an der Arbeit mit dem Nachwuchs: PDF


Bild : © Peter Fischli

Andere Dimensionen

Yannik Nézet-Séguin und das Lucerne Festival Orchestra  22. 8. 2019


Lucerne Festival ist für ein Wechselbad mit unterschiedlichen Superlativen gut. Für Schostakowitschs 4. Sinfonie sass das festivaleigene Orchester in einer Grösse wie noch nie auf dem Podium, und es beherrschte alle Grade der Lautstärke. Ein Star der jüngeren Dirigentengeneration lenkte es kraftvoll, souverän ohne Stab in der Hand durch die Weiten aus kontemplativen Monologen und gewaltigen Eruptionen.


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