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Die Geschichte zu

Roccosound“













Wie die Hoffnung stirbt

Verdis „Don Carlo“ im Theater St. Gallen 27. Oktober 2018


Die Opernsaison ist  noch jung. Das Theater St. Gallen lud am Samstag zur ersten Opernpremiere, aber diese  hat das Potenzial, der Beitrag zum Verdi-Theater der Saison zu werden – auch über St. Gallen hinaus. Gespielt wird die vieraktige Fassung als Geschichte aus der Entstehungszeit der Oper, und am Werk ist ein weitgehend hochkarätiges Ensemble. Der neue Chefdirigent von Sinfonieorchester und Theater  St. Gallen, Modestas Pitrenas, bietet mit dem Orchester, Chor und Protagonisten einen  fesselnden  Einstand. 


Besprechung hier im PDF


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Émilies Traum

„klangundszene“ im Theater am Gleis Winterthur 1. 11. 2018


Rachel Eisenhuts neues Projekt geht unter dem Titel „Histoire naturelle ou la Rêve  d‘Émilie“ der Geschichte des physikalischen Weltverständnisses nach und findet dafür überraschend eine Ästhetik und eine Geschichte. Émilie du Châtelet gilt als die erste moderne Naturwissenschafterin. Sie war 15 Jahre lang die Lebenspartnerin von Voltaire. Eisenhut schickt sie auf eine Zeitreise und fokussiert auf die frühe Moderne, da einerseits musikalisch mit dem Impressionismus eine neue Ära begonnen hatte, und anderseits die Physiker das alte Verständnis der Weltmechanik über Bord warfen – ein faszinierender Abend, aspektreich, optisch reizvoll und vor allem auch musikalisch fesselnd mit suggestiven Klavierwerken und Liedern von Debussy und Ravel.


Besprechung am 3. 11. in „Der Landbote“ und hier im PDF









Eine Hochzeit als folkloristischer Albtraum

„Così fan tutte“ im Opernhaus Zürich 4. November 2018


Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov durchlebt, der Staatsmacht und  -willkür ausgeliefert, einen Albtraum, aber er beschäftigt sich im ungewissen  Hausarrest  mi Mozart und seinem unpolitischen Stück „Così fan tutte“, einem Lehrstück in Sachen Liebe, Mann und Frau. Er hat auch Zeit, es sich nicht einfach zu machen und sich vieles zum Thema und zur wunderbaren Musik von Mozart einfallen zu lassen. Die Hochzeit im Finale ist ein surreales Spektakel. Das Opernhaus Zürich zeigt nun seine bildbefrachtete, dramaturgisch vielschichtige Inszenierung, in der vieles aufscheint, die Musik manchmal ein wenig untergeht, und die Frage, worauf die Sache hinausläuft, sich nicht leicht erschliesst.


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Ein bekanntes verkanntes Genie

„Les Fées du Rhin“ im Theater Biel Solothurn  7. November 2018


Niemand wird behaupten, dass Jacques Offenbachs Bühnenwerk vernachlässigt wird, seine Operetten geniessen einen Dauerplatz im Repertoire. Und doch ist der grosse Satiriker des Musiktheaters halbwegs verkannt. Seine andere Seite heisst nicht nur „Hoffmanns Erzählungen“. Das Theater Biel Solothurn zeigt mit einer starken Produktion der Oper „Les Fées du Rhin“, wie sehr Offenbach auch ein Mann der  grossen Opernbühne war oder gewesen wäre. Dort fasste er nicht so recht Fuss: Er war ein Opfer seines Erfolgs als Operettenkomponist, aber wohl mehr noch der Hindernisse, die sich ihm entgegenstellten. 


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Hintergrund und Dokumentation des Verlags: PDF

Kritik der Schweizer Erstaufführung (2005): PDF


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Einsatz für den russischen Bündner

Konzert im Musikkollegium vom 10. November 2018


Das Schweizer Klaviertrio als Partner des Orchesters in einem Tripelkonzert – nicht das bekannte von Beethoven, sondern eines von Paul Juon – eine spannende Alternative, wie die Aufführung klar machte – aber dann kam noch Schuberts grosse C-Dur-Sinfonie ... 


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Der philharmonische Bernstein

Konzert im Opernhaus vom 11. November 2018


Das Konzert zum 100. Geburtstag im Opernhaus war ein grossartiges Orchesterfest. Man glaubte, der Jahrhundert-Musiker  sei persönlich vorbeigekommen.


Besprechung in „Der Landbote“ vom 12. 11. und hier im PDF

Wo die Musik spielt

Der Komponist Alfred Felder wird am 15. November mit dem Carl Heinrich Ernst–Kunstpreis  geehrt


Der Preis wird Alfred Felder für sein grosses Verdienst um das Musikleben in Winterthur zugesprochen. Wir erinnern uns an viele Uraufführungen und Konzerte mit seinen Werken und gratulieren ihm mit einem Album, das Ereignisse in Winterthur, aber auch in Zürich, Frankfurt an der Oder und Berlin dokumentiert.


Im Interview spricht Alfred Felder über  die Inspiration und  wie die Ideen so kommen. Das hat einen Anschein von Leichtigkeit des Künstlerdaseins. Dieser täuscht, denn über das Komponieren hat er auch etwas andres zu berichten: Der Weg von der Musik im  Kopf in die Partitur und die vielen Notensysteme ist schwierig und mit unendlich viel konzentrierter Arbeit verbunden, und noch einmal grossen Einsatz braucht es, bis die Musik dort ist, wo sie spielt. 


Interview in „Der Landbote“ vom 14. 11. und hier im PDF

Zum Album

Carl Heinrich Ernst-Kunstpreis

Die Feier für Alfred Felder 


Text der Laudatio von Hans-Ulrich Munzinger hier im PDF


Der Weihnachtsmann mit blutigem Beil

„Hänsel und Gretel“ im Opernhaus Zürich 18. 11. 2018


Schwarzer Humor, Satire auf den Weihnachts-Kommerz – das ist nicht unbedingt das, was man von Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ erwartet. Doch der Regisseur Robert Carsen sucht auf seine Weise nach der Botschaft von Humperdincks Musik – wie er sie findet und ob sie durchdringt, ist die Frage.


Besprechung hier im PDF


Madame Butterfly und der Vietnamkrieg

„Miss Saigon“ im Theater 11 Zürich 30. 11. 2018


Der letzte Helikopterflug der Amerikaner trennt Chris und Kim. Er lebt mit Kriegstrauma und Frau in den USA, sie gelangt mit den Boat People, mit ihrer Hoffnung und ihrem Kind nach Bangkok – das Musical „Miss Saigon“ handelt vom Krieg in Vietnam und von der Liebe. Die Tournee-Produktion, die sich weitgehend an die erste Inszenierung von 1989 hält und seit 2014 von London aus unterwegs ist, tut es mit grosser Intensität. 

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Opernkunst vor dem Sündenfall

„Die Entführung aus dem Serail“  im Theater Winterthur 5. 12. 2018


Wenn im Opernhaus Zürich das Deutsche Singspiel ohne Dialoge gegeben wird und die Handlung nur noch mehr oder weniger der Zusammenfassung im Opernführer entspricht,  ist die Frustration mancher Opernbesucher nachvollziehbar. Und dann musiziert dazu auch noch das „historisch informierte Orchester“. Der Wunsch nach einer nicht nur musikalisch, sondern auch szenisch texttreuen Inszenierung mag sich da leicht einstellen. Das Orchester „L‘arte del mondo“ und das Goethe-Theater Bad Lauchstädt zeigen in Winterthur ihre Inszenierung, die sich am Theater des 18. Jahrhunderts orientiert. Die  naive Ästhetik bezaubert, als Gegenmodell zum Regietheater kann man sie aber auch als zu harmlos empfinden. Die  Oper im paradiesischen Zustand ist ebenso wenig zu haben wie die Welt vor dem Sündenfall. Das Gute an der Aufführung aber ist, was das Ensemble im Hier und Jetzt der Aufführung leistet. Der Widerspruch bleibt eben, man hat es mit historischen Werken zu tun, aber die Künstler, die es auf die Bühne bringen, sind Menschen von heute.  


Besprechung am 7. 12. in „Der Landbote“ und hier im PDF (LB) / PDF (Original)

Warum küsst eigentlich Konstanze den Bass Selim? – Zur Figurenkonstellation in Mozarts „Entführung aus dem Serail“: PDF

Mit scharfer Klinge

Sweeney Todd“ im Opernhaus Zürich 9.12. 2018


Unter grossem Applaus ging am Sonntag im Opernhaus Zürich Stephen Sondheims «Sweeney Todd» über die Bühne und damit seit langem auch erstmals wieder ein Musical in diesem Haus. In dessen Werkstatt wurde das Stück  zur grossen satirischen Oper, die sich im schneidenden Licht präsentiert.

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Die alte Zeiten

„Hello, Dolly!“ im Theater St. Gallen 15. 12. 2018

Dolly ist Witwe und langsam aber sicher vermisst sie das tolle Leben von damals an der Seite ihres Mannes. Das New Yorker Etablissement Harmonia Garden war der Lieblingsort, und dort hin kehrt sie mit ihrem neuen Heiratsprojekt zurück. Noch einmal die gute alte Zeit des Broadway! sagt auch das Musical. Das Theater St. Gallen zeigt, dass diese wirklich lustig war oder eben auch wieder ist, dank witziger Regie und einem vifen Ensemble. Nach „Miss Saigon“ und „Sweeney Todd“ ist „Hello Dolly!“ die dritte Schweizer Musical-Premiere in Folge, und lässt nach Kriegs- und Horrordrama aufatmen: das Genre zeigt sich hier ganz von der unbeschwert unterhaltsamen und künstlerisch luftig virtuosen Seite.


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Bild ©  Johannes J. Etter

Ein Italiener namens Bizet

Die Opera Box des ZKO mit „Don Procopio“  28. 12. 2018

„Mit einem italienischen Text muss man auf italienisch machen, ich habe nicht versucht, mich von diesem Einfluss frei zu machen“ – Bizets Gesellenstück, das er mit diesem Kommentar aus Rom nach Paris sandte, ist ein kleinerer „Don Pasquale“: Im ZKO ist das quirlige Stück um zwei alte Geizkragen und ein junges Liebespaar zu erleben – mit etlichen musikalischen  Glücksmomenten für einen harmonischen Jahreswechsel.


Besprechung hier im PDF


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Die grosse Orgel im Dom von Oliva (Danzig)


Vielen Dank allen, die in diesem Jahr ROCCOSOUND

Interesse entgegen gebracht haben, und viel Puste für ein voll klingendes 2019!

Das Leben jenseits der Orchesterschule

Neujahrskonzert des WJSO im Stadthaus Winterthur 6. 1. 2019


Das Winterthurer Jugendsinfonieorchester (WJSO), das zum Konservatorium gehört, versteht sich als Orchesterschule. Das traditionelle Konzert zum Jahresanfang zeigte, wie erfolgreich diese Schule arbeitet: Man merkte sie nicht. Simon Wenger ist alles andere, als ein Schulmeister auf dem Dirigentenpodium, das Programm mit den vielen anspruchsvollen solistischen Einsätzen liess nicht an Unterricht denken, und im Zusammenspiel mit dem Topsolisten Roberto Gonzalez Monjas  zog das  WJSO sehr schön mit.


Besprechung hier im PDF


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Alle Sperrigkeit geigerisch weg gespielt

Konzert des Musikkollegiums Winterthur 11 1. 2019


Hans Pfitzner war, gelinde gesagt, ein knorriger Charakter, und seine Musik gilt als spröde. Rahel Cunz‘ blühend emotionales und alle Vertracktheiten des Solopoarts virtuos auskostendes Spiel liess das Violinkonzert aber überraschend als Meisterwerk eines auch liebenswürdigen Enthusiasten erscheinen, das vom Dirigenten Kevin Griffiths bestens vermittelte Zusammenspiel mit dem Orchester sorgte für stimmige Eloquenz – ein im Widerspruch der Erfahrungen zwischen Geschichte und Gegenwart denkwürdiger, auch schmerzlicher Abend, der einen beglückt vom geigerischen Höhenflug und verfolgt, vom Wissen um die dunklen Schatten von Pfitzners Biografie zurückliess.


Eine Besprechung folgt am 14. 1. in „Der Landbote“ und hier im  PDF


„Der deutscheste unter den lebenden Komponisten“ –Beiträge zu Pfitzner aus dem Archiv: PDF


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Ein bekanntes verkanntes Genie

Les Fées du Rhin“ im Theater Biel Solothurn  7. November 2018

Gastspiel  am 21. und 22. Januar 2019 im Stadttheater Schaffhausen


Niemand wird behaupten, dass Jacques Offenbachs Bühnenwerk vernachlässigt wird, seine Operetten geniessen einen Dauerplatz im Repertoire. Und doch ist der grosse Satiriker des Musiktheaters halbwegs verkannt. Seine andere Seite heisst nicht nur „Hoffmanns Erzählungen“. Das Theater Biel Solothurn zeigt mit „Les Fées du Rhin“, wie sehr Offenbach auch ein Mann der  grossen Opernbühne war oder gewesen wäre. Dort fasste er nicht so recht Fuss: Er war ein Opfer seines Erfolgs als Operettenkomponist, aber wohl mehr noch der Hindernisse, die sich ihm entgegenstellten.


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Hintergrund und Dokumentation des Verlags: PDF

Kritik der Schweizer Erstaufführung (2005): PDF


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Stumme seelische Botschaften

„Rusalka“ im Theater Winterthur 25. Januar 2019


Die Waldnixen tanzen um den Teich, eine Nixe sitzt da und sehnt sich nach dem schönen Prinzen, der auf der Jagd im geheimnisvollen Waldstück hier vorbei gekommen ist und für den sie ein menschliches Wesen werden möchte. Als Mensch aber muss sie stumm bleiben – für das Tiefste der Seele gibt es keine Worte – allenfalls gibt es Musik, solche wie sie der Klangmagier Dvorak geschrieben hat. „Rusalka“ ist ein Bilderbuch-Märchen und es reicht in die Tiefen der Seele. Beidem wurde das Gastspiel der Oper der nordböhmischen Stadt Liberec auf schöne Weise gerecht, szenisch wie musiklisch.


Besprechung in „Der Landbote“ und hier im PDF

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Bild ©  Herbert Büttiker








Schuberts Problem mit dem Vaterland

Fierrabras“ im Theater Bern  31. Januar 2019


Eine bunte Story aus dem Mittelalter, mit Rittern, Edelfräulein, Troubadour, Kaiser und Krieg: So mag einem das Libretto von Schuberts letzter vollendeter Oper „Fierrabras“ auf den ersten Blick erscheinen.  Dass sich die Oper nach einer präzisen inneren Logik entfaltet und jede Figur mit Bedacht in Szene gesetzt ist, zeigen das engagierte musikalische Ensemble unter der Leitung von Mario Venzago mit viel Leuchtkraft und Elmar Goerden als Regisseur mit starker Hand.


Besprechung hier im PDF

Aus meinem Archiv: „Fierrabras“ im Opernhaus Zürich, 10. Nov. 2002 – PDF

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Weltraum-Fantasy und Gegenwartssatire

„Der unsterbliche Kaschtschei“ / „Die Nachtigall“  im Theater St. Gallen, 2. 2. 19


Mit dem Doppelgespann Rimski-Korsakow und Strawinsky hat das Theater St. Gallen einen originellen und attraktiven neuen Opernabend im Programm. Die Inszenierung der beiden Stücke geht stilistisch je eigene Wege, und doch fügt sich der Abend mit thematischen Bezügen, witzigen Ideen und auch durch ein hervorragendes Ensemble sehr schön zum Ganzen. Wie gut das hauseigene Opernensemble des Theaters aufgestellt ist, kann man gerade in dieser Produktion wieder bewundern. 


Besprechung hier im PDF


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Eine Blamage für den Tod

„Le Grand Macabre“  im Opernhaus Zürich, 3. Februar 2019


Nekrotzar, der Tod in Person, kriecht gequält von der Bühne, er hat sich blamiert, die Menschen können sich gegenseitig selber umbringen – György Ligetis Oper, die zu den Meilensteinen das Operntheaters zählt, räumt grimassierend  mit der christlich-abendländischen Todeserfahrung auf – dies in einer bunten, grotesken und absurden Theaterwelt, deren Schauplatz den Namen des Malers Breughel evoziert – Tatjana Gürbacas Inszenierung abstrahiert das Erzählerische und überlässt  das Koloristische dem Körperspiel der Protagonisten und dem grossen Klangapparat, mit dem das Opernhaus punktet.


Besprechung hier im PDF


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Liebe, Sport und Tanz im Schaumbad

„La Finta Giardiniera“  im Opernhau Zürich  17. 2. 2019


Im Mai 2018 konnten wir zur Premiere in Winterthur registrieren, dass das Ensemble des Opernstudios Singen in allen Lagen beherrscht und zugleich Spielen, was der Körper hergibt. Die Zürich-Premiere vom Sonntag war eine neue Truppe am Werk für Tatjana Gürbacas aufwendige Bewegung- und Mimik-Partitur. Ein Besuch dieser Neueinstudierung steht noch aus. Der Eindruck von der Inszenierung im Theater Winterthur im Vorjahr: In der Betriebsamkeit mit viel Badeschaum geht eher unter, was das Innenleben der Figuren und die Innigkeit der musikalischen Aussage betrifft.


Zum Nachlesen: Besprechung der Premiere in Winterthur: PDF



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„Der Cellist Hans-Ulrich Munzinger spielt sein eigenes Geburtstagskonzert – mit zeitumspannenden Werken von Bohuslav Martinu, Gabriel Fauré und Robert Schumann. Dazu eigene Texte, die zum Teil für den heutigen Anlass geschrieben sind.“



„Worum geht es eigentlich?“ – Hans-Ulrich Munzinger im Gespräch in „Der Landbote“ vom 18. 2. und hier im PDF


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Emotionalität und virtuoses Spektakel

Konzert des Musikkollegiums 30. Januar 2019


Der Genfer Pianist Louis Schwizgebel begeisterte mit Beethovens 1. Klavierkonzert, und virtuos und engagiert anschliessend das Orchester  unter der Leitung von Roberto Gonzalez Monjas mit Haydns zweitletzter Sinfonie „mit dem Paukenwirbel.“


Besprechung in „Der Landbote“ und hier im PDF

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Science-Fiction und uralte Muster

Uraufführung der Oper „Humanoid“ im Theater Winterthur, 21. 2. 2019


Der junge männliche Programmierer und sein Frauenkonstrukt – so etwa könnte das Schlagwort zur Jugendoper von Pamela Dürr (Text) und Leonard Evers (Musik) lauten. Sie ist für ein Publikum von 13- bis 18-Jährige gedacht, aber auch allen Opernliebhabern zu empfehlen, die einmal 13 bis 18 waren. Das Stück fesselt musikalisch zwischen Jazz und romantischem Melos, farbiger Verspieltheit und suggestiver Klanglichkeit, und es ist dramaturgisch klug, anspruchsvoll für die Darsteller und eben berührend in der Begegnung mit Menschen, die auch Maschinen sind und umgekehrt. Das hervorragende Ensemble und das Musikkollegium Winterthur unter der animierenden Leitung von Sebastian Schwab (Dirigentin am 23. und 27. 2. ist Anne Hinrichsen) setzen das gut einstündige Stück überaus billant und griffig in Szene.


Besprechung am 23. 2. in „Der Landbote“ und hier im PDF.

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Regenbogen über St. Gallen

Schweizer Erstaufführung des Musicals „Priscilla“ im Stadttheater St. Gallen
23. 2. 2019


Die Oper kennt seit jeher die Hosenrolle, aber inzwischen ist die Geschlechterfrage auf der Bühne bunter geworden – im Musical „Priscilla“ mit drei Hauptarstellern, die auch Travestiekünstler sind, stehen Homo-, Bi- und Transsexualität zur Wahl, und das Ensemble ist so bunt, dass sich die Zuordnung irgendwie erübrigt. Statt dessen werden die menschlichen Fragen, Lebensfreude und -leid der unterschiedlichsten Figuren in ihrer Musik interessant. Im bunten Kostüm und schrillen Auftritt zeigen sich liebenswürdige Menschen. Abgesehen davon, dass die Inszenierung handwerklich und artistisch absolut brillant gemacht ist, trägt sie so eine Botschaft mit sich, die nicht Toleranz predigt, sondern Sympathie generiert.  


Besprechung hier im PDF

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Gustav Mahler 6. Sinfonie für Kammerorchester

Konzert des Musikkollegiums Winterthur 9. März 2019


In den grossen Konzertsälen ist Gustav Mahler längst zu Hause.  Nun öffnet ihm Klaus Simon auch die kleineren wie das Winterthurer Stadthaus. Das Arrangement reduziert die Besetzung, aber nicht die Komplexität und schon gar nicht die Herausforderung für die dreissig Instrumentalisten, die unter der Leitung von Pierre-Alain Monot die Partitur mit grosser Intensität zu Gehör brachten – ein spezielles Mahler-Erlebnis, gültig und musikalisch reich, aber auch mit der Ahnung verbunden, warum für Mahlers Klangwelt das sinfonische Grossaufgebot nicht purer Luxus ist.  


Besprechung am 12. 3. in „Der Landbote“ und hier im PDF

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Die Frau und das Idol

„America First“ im Theater Winterthur 22. März 2019


Marilyn Monroe arbeitete sich hoch zur amerikanischen Traumfrau, und ihr Leben wurde darob zum Albtraum. Auch den Präsidenten John F. Kennedy hatte sie auf ihrem Erfolgsmassstab markiert. Dass sie umgekehrt nur sein beiläufiges Spielzeug war, musste sie hinnehmen. Das Karussell um Sex, Macht und Ruhm zeichnet der Autor Christoph Klimke in einem Stück nach, das 2017 am Deutschen Theater Göttingen uraufgeführt wurde: satirisch, komödiantisch und musikalisch – „I wanna be loved by you“ und weitere MM-Hits der Swing-Ära machen es zum Schauspiel-Musical. Mit dem Trump-Titel  zur Story aus der Kennedy-Ära ist angedeutet, dass das Thema aktuell ist – „Me too“ lässt grüssen, wie die gut gemachte und gut geölte Show auch im Theater Winterthur zeigt.


Besprechung am 23. 3. in „Der Landbote“ und hier im PDF

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Musikalisches Gipfeltreffen zwischen Südamerika und Russland

Die Filarmonica Joven de Colombia in der Tonhalle Zürich   22. 3. 2019


Die grössten jungen musikalischen Talente des Landes treffen sich  seit 2010 in der Filarmonica Joven de Colombia, deren Mentor der Dirigent Andrés Orozoco-Entrada ist. Zusammen mit einem Musiker-Team der Tonhalle haben sie in Bogota die Programme einstudiert, mit denen sie auf ihrer Europa-Tournee auftreten.  Im zweiten Auftritt in der Tonhalle imponierten sie mit einer opulenten, aber expressiv fokussierten Aufführung von Tschaikowskys 5. Sinfonie – und sie zeigten im Rahmen von „TOZdiscover“ wie lateinamerikanische Party geht.


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Liebestrank, Bordeaux oder gar Himbeersirup?

L‘Elisir d‘amore“ von Gaetano Donizetti im Theater St. Gallen 23. 3. 19


Darauf muss man erst kommen. Statt im abgelegenen  Bauerndorf, wo nur die Dorfschönheit lesen und schreiben kann, spielt die Liebesgeschichte im Kinderzimmer - Barbie und andere Puppen werden lebendig. Und wie: Das Theater St. Gallen begeistert mit einem hervorragenden Ensemble, das der leichtfüssigen Komik wie dem Belcanto-Höhenflug dieser Oper mehr als gerecht wird. Das Theater lädt zur Aufführung speziell die Familien, zu empfehlen ist sie aber für alle Liebehaber der italienischen Oper.


Besprechung hier im PDF

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Schuberts  „Unvollendete“ in vier Sätzen

Konzert des Musikkollegiums  27. 3. 2019


Schuberts „Unvollendete“ gehört zu den meist gespielten Sinfonien. Aber wie platziert  man die etwa 24 Minuten dauernde Ewigkeits-Musik mit ihrem verstörenden Verklingen im Programm? Zur vollständigen Sinfonie mit Scherzo und Finalsatz ergänzt, stellt sich die Frage nicht mehr: Sie ist das grosse dreiviertelstündige Hauptwerk für den zweiten Teil des Konzertabends und mit mächtigem Schlussakkord. So präsentierte sich das Werk nun im Abonnementskonzert auch. Mario Venzago ist seit einiger Zeit mit einer eigenen Fassung der h-Moll-Sinfonie unterwegs. Sie zu ergänzen wurde oft versucht. Venzago spricht von einer Rekonstruktion – der Theorie folgend, die Musik zu den beiden Sätzen sei nicht verloren, sondern habe in die Schauspielmusik zu „Rosamunde“ Eingang gefunden. 


Besprechung im Landboten und hier im PDF

Besprechung NL-Roccosound und mehr zum Thema „Unvollendete“: PDF

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Schuberts Weg als Sinfoniker – zu einem Vortrag von Peter Gülke: LB 1997


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Femme fatale und fragile in der Belle Epoque 

Jules Massenets „Manon“ im Opernhaus Zürich  7. 4. 2019


Mit der 1884 uraufgeführten „Manon“ wurde Jules Massenet zum erfolgreichsten französischen Opernkomponisten im späten 19. Jahr-hundert. Floris Vissers Inszenierung  verlegt die Handlung vom Rokoko in die Belle Epoque, und das hat seine Richtigkeit im Sinne des Geschlechterbildes der Epoche und wird von Elsa Dreisig als Manon und Piotr Beczala als Chevalier des Grieux sängerisch zart und leidenschaftlich umgesetzt. Die Inszenierung bettet das On und Off ihrer Liebesbeziehung in ein satirisches Gesellschaftsbild. Marco Armiliatos Dirigat bedient mit aufgedrehter Dynamik Komödie und Drama mehr als Massenets spezifisches Sentiment aus Nostalgie und Trauer über die Brüchigkeit und Vergänglichkeit  des Schönen und Guten, das den Zauber seiner Oper  mit ausmacht.  


Besprechung hier im PDF

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Bild : © Toni Suter

Verdi im Schwarzweiss der Stummfilmära 

„Luisa Miller“ im Theater Winterthur 12.4. 2019


„In der Oper fängt alles mit Verdi an und hört mit Verdi auf“ – so der  Regisseur Christian von Götz, der im Landestheater Detmold mit einem starke Team Verdis Oper nach Schillers „Kabale und Liebe“ inszeniert hat.  Wie er im Programmheft bekennt, ist für ihn Verdi alles und „Luisa Miller“ eines seiner grossen Werke. Aber er hat auch eine eigene „Theater-Sprache“, und diese wird von der unmittelbar expressiven Kraft der Musik immer wieder mehr oder weniger als gesucht chiffriert bloss gestellt.  


Besprechung in „Der Landbote“ und hier im PDF


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Bild : © A. T. Schaefer

Teodor Currentzis, Riccardo Chailly und Bernard Haitink

Drei Konzerte des Lucerne Festivals   10., 11. und 14. 4. 2019


Neun Konzerte und 9000 Besucher: Das Festival meldet eine positive Bilanz. Das Konzert mit den Wiener Sängerknaben war ausverkauft und  ebenso das Verdi-Requiem mit Chor und Orchester aus Perm, Teodor Currentzis‘ Hausmacht. Riccardo Chailly bestätigte sich als Maestro des Lucerne Festivals, auch  wenn er Filarmonica della Scala  und nicht das Festival Orchestra dirigierte. Einen wunderbaren Schlusspunkt setzte Bernard Haitink, der im März 90 geworden war und das Schluss- zum Geburtstagskonzert werden liess. Das Fazit der Dirigenten-Parade: Entscheidend ist nicht der Jahrgang, sondern die Haltung.


Bericht hier im PDF 


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Bild : © Priska Ketterer

Kraftakt des Schwebens

Konzert  des Musikkollegiums Winterthur 17. 4. 2019


Der Oboist Albrecht Mayer ist in allen grossen Konzertsälen und insbesondere in der Berliner Philharmonie zu Hause. Aber die Reise nach Winterthur geriet ihm diesmal – er ist als Artist in Residenz öfters hier - zur Irrfahrt. Die Strapazen waren allerdings weggesteckt, als er für das Oobenkonzert von Richard Strauss auf das Podium trat. Dabei gehört dieses Spätwerk, das sich so endlos abgehoben verströmt zu den sportlichsten für dieses Instrument. Das Orchester, für das Strauss ebenfalls unendlich viele Noten setzte, hatte seinen eigenen grossartigen Auftritt nach der Pause mit Felix Mendelssohns 3. Sinfonie, der „Schottische“, die es in hervorragender Einmütigkeit  mit dem Temperament und der dramaturgischen Stringenz des Dirigenten Michael Sanderling präsentierte.


Bericht am 20. 4. in „Der Landbote“ und hier im PDF

Weitere Bilder vom Konzert hier 

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